Reservistenkameradschaft Gelsenkirchen                                  Mitglied im Verband der Reservisten der Bundeswehr VdRBw e.V.   

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Künftige Struktur des Heeres

Heer
Organisation und Struktur

 

 

Die künftige Struktur des Heeres zielt darauf ab, "Kräfte zu bündeln" und die Teilstreitkraft somit für die Bewältigung ihrer Aufgaben moderner und leistungsfähiger zu machen. Querschnittsaufgaben der Führung, Aufklärung, Unterstützung und Ausbildung werden zusammengefasst und streitkräftegemeinsam in der neuen Streitkräftebasis und im umgestalteten Zentralen Sanitätsdienst wahrgenommen.

Aus diesem Grund wird die Spitzengliederung des Heeres durch die Auflösung des Unterstützungskommandos gestrafft. Das Heeresführungskommando übernimmt die Führung der künftig sieben Divisionen des Heeres, des neu aufgestellten Heerestruppenkommandos sowie der deutschen Teile der multinationalen Großverbände, wie beispielsweise der Deutsch-Französischen Brigade. Die Korpsstäbe werden mit dem Wegfall der truppendienstlichen Führungsverantwortung entlastet. Zugleich werden sie gestrafft und so in die Lage versetzt, auch über die Grenzen der Teilstreitkräfte hinweg Einsätze zu planen und zu führen. Unabhängig davon bleibt das Heer auch in seiner neuen Struktur an den multinationalen Korps (z.B. I. Deutsch-Niederländisches Korps, Multinationales Korps Nord-Ost) beteiligt.

Das Heeresamt ist für die Weiterentwicklung der Teilstreitkraft und die Ausbildung ihrer Soldaten verantwortlich, so dass ihm die Führung der Schulen des Heeres obliegt. Es übernimmt darüber hinaus Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Entwicklung und dem Entstehungsgang heeresspezifischer Ausrüstung stehen. Folglich führt es auch das Materialamt des Heeres.

Die neue Struktur des Heeres

Die Truppenstruktur des Heeres ist durch acht Großverbände auf Divisionsebene bestimmt. Sie bestehen aus fünf mechanisierten Divisionen (Panzer- und Panzergrenadiertruppe), einer Division für spezielle Operationen (DSO), einer Division für luftbewegliche Operationen (DLO) sowie dem Heerestruppenkommando.

  • Drei der mechanisierten Divisionen führen im Frieden zwei aktive und eine nichtaktive mechanisierte Brigade. Der vierten Division wird im Einsatz eine polnische Brigade, der fünften Division wird die Deutsch-Französische Brigade unterstellt.

  • Der DSO unterstehen das Kommando Spezialkräfte und zwei Luftlandebrigaden.

  • In der DLO werden mit der luftmechanisierten Brigade und der Heeresfliegerbrigade alle Heeresfliegerkräfte zusammengefasst.

  • Das Heerestruppenkommando führt im Frieden die zu Brigaden zusammengefassten Kampfunterstützungs- und Logistikverbände für die mechanisierten Divisionen.

Die mechanisierte Brigade bleibt Träger des Gefechts der Verbundenen Waffen. Sie ist befähigt, bei Einsätzen die nationale Führungsebene zu stellen. Mit den vorgesehenen 10 mechanisierten Brigaden können ohne Mobilmachung künftig zwei unabhängige Einsätze dauerhaft unterstützt werden.

Das Heer wird einen Personalumfang von 138.500 Soldaten haben.

Führungsorganisation
Gliederung im Verteidigungsfall


Die Konzeptionelle Leitlinie von 1994 und das Ressortkonzept zur Anpassung der Streitkräftestrukturen von 1995 legen eine Differenzierung in Krisenreaktionskräfte (KRK) und Hauptverteidigungskräfte (HVK) fest. Der Friedensumfang beträgt 233.400 Soldaten, davon 37.000 Soldaten für die KRK.
Die Grundgliederung des Heeres in Einheiten, Verbände, Großverbände, Kommandobehörden und Ämter hat sich bewährt. Um die zukünftig erforderlichen Fähigkeiten bereitstellen zu können, sind das Kommando Spezialkräfte (KSK) und die Luftmechanisierte Brigade aufgestellt worden.

Führungsorganisation

Der Inspekteur des Heeres ist höchster truppendienstlicher Vorgesetzter seiner Teilstreitkraft und dem Minister unmittelbar für das Herstellen und Halten der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft des Heeres verantwortlich.
Das Heeresführungskommando (HFüKdo) ist für die Einsatzplanung und nationale Führungsfähigkeit des Heeres verantwortlich. Für den Einsatz werden ihm das Heeresamt (HA) und das Heeresunterstützungskommando (HUKdo) unterstellt. Das HFüKdo führt truppendienstlich das IV. Korps, die deutschen Heeresanteile in den bi- und multinationalen Korps sowie das Kommando Luftbewegliche Kräfte / 4. Division. Der Befehlshaber HFüKdo ist zugleich Nationaler Territorialer Befehlshaber für die Bundesrepublik Deutschland.
Das HA erarbeitet die Ausbildungsgrundlagen für das Heer, entwickelt die Grundsätze für den Einsatz und koordiniert die Weiterentwicklung der Truppengattungen.
Das HUKdo ist für die logistische und sanitätsdienstliche Unterstützung des Heeres verantwortlich. Es vertritt die Forderungen des Heeres bei der Entwicklung und Beschaffung von Wehrmaterial. Für die Nutzung ist es verantwortlich. Die drei Korpskommandos des Heeres führen die ihnen truppendienstlich unterstellten Wehrbereichskommandos / Divisionen. Sie sind Hauptträger der multinationalen Zusammenarbeit.
Der Korpsstab des I. Deutsch-Niederländischen Korps ist binational besetzt. Dem Kommandierenden General sind bereits im Frieden deutsche und niederländische Divisionen unterstellt. Beim II. Deutsch-Amerikanischen Korps sind im Frieden nur wenige Dienstposten mit amerikanischen Soldaten besetzt. Die Unterstellung amerikanischer Großverbände ist nur für den Einsatz vorgesehen. Lediglich das IV. Korps ist nicht in multinationale Strukturen eingebunden.


Der bisher von Dänen und Deutschen besetzte Stab LANDJUT wurde am 1. April 1999 von Rendsburg nach Stettin verlegt und in einen neuen trinationalen Korpsstab mit Polen als drittem Partner umgewandelt. In der Führung des Allied Rapid Reaction Corps, des Eurokorps und des V. Amerikanisch-Deutschen Korps ist das Heer mit unterschiedlichen Anteilen vertreten. Großverbände des Heeres werden diesen Stäben erst für konkrete Einsätze unterstellt. Bis auf die beiden deutsch-amerikanischen wechselt in den anderen Korps die Führung zwischen den beteiligten Nationen.

Den Korps unterstehen jeweils zwei bis drei Divisionen. Die Divisionsstäbe sind im Frieden bis auf eine Ausnahme mit den Wehrbereichskommandos (WBK) zusammengefaßt. Damit werden die Nationalen Territorialen Aufgaben und die Einsatzaufgaben einer Division von einer gemeinsamen Kommandobehördewahrgenommen. In Krise und Krieg wird diese Zusammenfassung aufgehoben. Die 22 im Frieden aufgestellten Kampfbrigaden können in einer Krise auf 26 Brigaden aufwachsen. Sechs voll präsente Brigaden - einschließlich des deutschen Anteils an der Deutsch-Französischen Brigade - sind den KRK zugeordnet. Vier voll präsente Brigaden haben die gleiche Gliederung und Ausstattung wie die KRK. Sie sollen diese verstärken oder ablösen. Für Friedenseinsätze müssen jedoch die Grundwehrdienstleistenden durch Längerdiener ersetzt werden. Aus dem Personalbestand des Heeres kann dies nicht geleistet werden.
Vier weitgehend präsente Brigaden können vier weitere nichtaktive Brigaden mobilisieren. Dadurch erlangt das Heer einen erheblichen Kräfteaufwuchs im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung. Weitere acht Brigaden sind zur Hälfte mit aktivem Personal besetzt und wachsen im Verteidigungsfall mit Reservisten zu voller Stärke auf. Die letztgenannten 16 Brigaden sind vor allem für die Landes-und Bündnisverteidigung vorgesehen. Sie sind in besonderem Maße auf Wehrpflichtige und Reservisten angewiesen. Für Führung, Kampf- und Einsatzunterstützung stehen weitere 17 Brigaden bereit. Einzelne Truppenteile dieser Brigaden gehören zu den KRK.
Zu den Territorialen Kommandobehörden zählen das HFüKdo, sechs Wehrbereichs-/ Divisionskommandos, das Wehrbereichskommando I, 27 Verteidigungsbezirkskommandos und das Standortkommando Berlin. Sie sind mit Soldaten aller Teilstreitkräfte
besetzt. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) stellt Soldaten für Sonderaufgaben sowie Rettungs- und Evakuierungseinsätze im Ausland. Bei Bedarf wird das KSK durch spezialisierte Kräfte von Luftwaffe und Marine ergänzt.


  Gliederung im VerteidigungsfallIm Verteidigungsfall treten das HFüKdo, sowie Teile des HUKdo und des HA in einem Hauptquartier Heer zusammen. Dieses übernimmt die Einsatzführung der unter nationalem Kommando verbleibenden Kräfte sowie die Wahrnehmung der Nationalen Territorialen Aufgaben. Der Verteidigungsumfang des Heeres von 505.000 Soldaten wird durch schrittweise oder geschlossene Heranziehung der personellen und materiellen Mobilmachungsergänzung innerhalb von sechs Monaten erreicht. Innerhalb kurzer Zeit kann die Personalstärke des Heeres ohne Mobilmachung um 25.000 Soldaten durch flexiblen Aufwuchs erhöht werden. Alle dem Bündnis gemeldeten Kräfte werden nach Herstellen der Einsatzbereitschaft der NATO unterstellt.

 

 

 

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