Reservistenkameradschaft Gelsenkirchen                                  Mitglied im Verband der Reservisten der Bundeswehr VdRBw e.V.   

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Künftige Struktur der Luftwaffe

Zukunft der Luftwaffe

 

 

Die künftige Struktur der Luftwaffe zielt darauf ab, "Kräfte zu bündeln" und die Teilstreitkraft somit für die Bewältigung ihrer Aufgaben moderner und leistungsfähiger zu machen. Querschnittsaufgaben der Führung, Aufklärung, Unterstützung und Ausbildung werden zusammengefasst und streitkräftegemeinsam in der neuen Streitkräftebasis und im umgestalteten Zentralen Sanitätsdienst wahrgenommen.

Aus diesem Grund wird die Spitzengliederung der Luftwaffe durch die Auflösung des Unterstützungskommandos gestrafft. Das Luftwaffenführungskommando übernimmt die Führung der vier Luftwaffendivisionen, des Lufttransportkommandos und eines Kernstabs, aus dem das Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte gebildet werden soll.

Die neue Struktur der Luftwaffe

  • Die Einsatzkräfte der Luftwaffe umfassen ein Aufklärungsgeschwader, vier Jagdbombergeschwader, drei Jagdgeschwader, vier Flugabwehrraketengeschwader und vier Radarführungsverbände. Diese Kräfte werden unter regionalen Gesichtspunkten zusammengefasst.

  • Die Luftwaffendivisionen führen die Einsatzverbände der Luftwaffe. Sie werden befähigt, nationale Führungsaufgaben für Luftwaffenkontingente wahrzunehmen und/oder die nationale Führungsebene im Einsatz zu stellen.

  • Das Lufttransportkommando führt die Lufttransportgeschwader und die Flugbereitschaft BMVg.

  • Das Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte wird als eigenständiger Kernstab aufgestellt, der nach Personalergänzung die Einsatzplanung/-führung von Luftstreitkräfteeinsätzen auf der taktisch/operativen Ebene übernehmen kann. Er hat jedoch keine truppendienstliche Führungsverantwortung.

Das Luftwaffenamt nimmt zentrale Aufgaben und Fachaufgaben, partiell sogar über die Grenzen der Teilstreitkraft hinweg, wahr. Ihm obliegen zudem Aufgaben im Zusammenhang mit der Entwicklung und dem Entstehungsgang von luftwaffenspezifischem Wehrmaterial. Es führt darüber hinaus das Luftwaffenausbildungskommando und das Luftwaffenmaterialkommando.

  • Das Luftwaffenausbildungskommando steuert die allgemeinmilitärische und militärfachliche Ausbildung für die gesamte Luftwaffe.

  • Das Luftwaffenmaterialkommando übernimmt die in der Luftwaffe verbleibenden logistischen Aufgaben sowie das Nutzungsmanagement für luftstreitkräfte-eigentümliches Gerät in der Materialverantwortung des Inspekteurs der Luftwaffe.

Die Luftwaffe wird einen Personalumfang von 51.850 Soldaten haben.

Luftwaffe 
Organisation und Struktur

 

„Eurofighter 2000“
„Eurofighter 2000“ – das zukünftige Jagdflugzeug der Luftwaffe
 

Die Luftwaffe muß auch künftig in der Lage sein, ein breites Spektrum von Aufgaben abzudecken. Sie hat sich frühzeitig auf das neue Aufgabenspektrum eingestellt.
Organisation und Struktur der Luftwaffe haben sich grundsätzlich bewährt und sind flexibel und zukunftsorientiert. Erkenntnisse und Erfahrungen aus neuen Aufgaben
und dem Betrieb neuer Waffen-und Informationssysteme werden jedoch auch zukünftig Anpassungen erfordern. Die Personallage der Luftwaffe weist strukturelle Verwerfungen auf, die sich in einem Beförderungs- und Verwendungsstau niederschlagen. Maßnahmen zum Abbau der bestehenden strukturellen Defizite sind erforderlich.

Realitätsnahe, multinationale Ausbildung und Übungen sind für eine erfolgreiche Aufgabenerfüllung unabdingbar. Die Bereitstellung ausreichender Ausbildungs- und Übungseinrichtungen im In- und Ausland ist hierfür erforderlich. Das Durchschnittsalter der Waffensysteme bestimmt den hohen Betriebsaufwand und zunehmende Einschränkungen in der Einsatzbereitschaft. Nur die systematische Ablösung überalterten Materials und überholter DV-Verfahren kann in Verbindung mit neuen
Formen der logistischen Zusammenarbeit mit der Industrie die Effizienz verbessern. Dennoch muß der Betrieb - insbesondere der fliegenden Waffensysteme - kurzfristig mit zusätzlichen Mitteln gestützt werden, um weiterhin eine professionelle und sichere Wahrnehmung der Aufgaben zu gewährleisten. Die Einsparpotentiale im Betrieb sind
ausgeschöpft. Die verfügbaren Haushaltsmittel reichen für Investitionen und Betrieb der Luftwaffe nicht mehr aus. Für das erweiterte Aufgabenspektrum ist jedoch der
Auf- und Ausbau weiterer Fähigkeiten unerläßlich. Hierzu gehören:

  • Führung über größere Entfernungen
  • allwetter- und abstandsfähige Luftauf-klärung
  • erweiterte Luftverteidigung
  • Präzisions- und Abstandsfähigkeit
  • im Luftangriff
  • Schutz von Flugzeugen gegen elektronische Kampfführung
  • Lufttransport
  • Luftbetankung
    und
  • Search and Rescue unter Bedrohung.

Die Luftwaffe ist funktional gegliedert. Die Organisation trägt den Erfordernissen der nationalen Führung Rechnung und stellt die Einbindung in die NATO-Führungsorganisation sicher. Seit 1990 wurde die Luftwaffe schrittweise neu geordnet. Der Personalumfang wurde erheblich reduziert und die Struktur den künftigen Aufgaben angepaßt. Gleichzeitig war nach der Vereinigung erstmals die uneingeschränkte nationale Lufthoheit über dem gesamten Bundesgebiet zu wahren und gemeinsam mit den Bündnispartnern zu schützen. Dem Inspekteur der Luftwaffe unterstehen unmittelbar der Befehlshaber Luftwaffenführungskommando (LwFüKdo), der Kommandeur Luftwaffenunterstützungskommando (LwUKdo) und der Amtschef Luftwaffenamt (LwA). Das LwFüKdo führt alle Einsatzkräfte der Luftwaffe. Die Luftwaffenkommandos NORD und SÜD führen je zwei Luftwaffendivisionen. Die Kommandierenden Generale der Luftwaffenkommandos sind gleichzeitig Kommandeure der regional zuständigen Interim Combined Air Operations Centers (ICAOC). Damit unterstehen ihnen auch Luftverteidigungs- und Luftangriffskräfte der Bündnispartner. Die Zusammenlegung der Luftwaffenkommandos NORD und SÜD mit den ICAOC dokumentiert die Harmonisierung von nationaler und NATO-Einsatzführung.



Zur Planung gemeinsamer Kriseneinsätze hat die NATO den Reaction Forces Air Staff beim Luftwaffenkommando NORD eingerichtet. Die Luftwaffendivisionen sind für die personelle und materielle Einsatzbereitschaft sowie für die Ausbildung und Versorgung der unterstellten Verbände zuständig. Das Luftwaffenführungsdienstkommando und das Lufttransportkommando nehmen zentrale Fachaufgaben wahr. Dem Luftwaffenführungsdienstkommando unterstehen die Fernmelderegimenter und die Kräfte der fernmeldeelektronischen Aufklärung, dem Lufttransportkommando die Lufttransportverbände der Luftwaffe. Das LwUKdo ist für alle Angelegenheiten der logistischen Unterstützung sowie für die materielle Einsatzbereitschaft der Verbände und Dienststellen verantwortlich. Dazu sind ihm das Materialamt der Luftwaffe und sechs Luftwaffenversorgungsregimenter unterstellt und die Aufgaben der Luftwaffenrüstung zugeordnet.Das LwA ist für die Ausbildung der gesamten Luftwaffe zuständig und nimmt in Teilen für die Bundeswehr weitere übergreifende Aufgaben wahr. Dazu sind ihm Dienststellen und Einrichtungen der Ausbildung, der Personalführung, der Wehrgeophysik, der Flugsicherung sowie der Generalarzt der Luftwaffe zugewiesen. Die Friedensgliederung der Luftwaffe bleibt auch in Krise und Krieg erhalten.



Dem LwFüKdo werden in Krise und Krieg das LwUKdo und das LwA für den Einsatz unterstellt. Die Kräfte der Luftwaffe sind in Krisenreaktionskräfte (KRK), Hauptverteidigungskräfte (HVK) und in die Militärische Grundorganisation (MGO) eingestuft. Zur MGO gehören überwiegend Verbände zur Führung der Luftwaffe, zur Unterstützung des Betriebes und zur Durchführung von Ausbildung und Versorgung. Die HVK bestehen aus unterschiedlich präsenten und aufwuchsfähigen Verbänden. Ihr Kernauftrag ist Landes- und Bündnisverteidigung.

Die Luftwaffe hat grundsätzlich keine reinen KRK-Verbände. Verbände mit Krisenreaktionsauftrag schließen grundsätzlich auch Anteile von HVK und MGO ein. Die KRK der Luftwaffe haben einen Umfang von 12.300 Soldaten. Davon ist der NATO ein bestimmter Umfang als Reaction Forces (Air) zugesagt.

 

 

 

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